Mit der zunehmenden Digitalisierung des alltäglichen Lebens verbringen wir viel Zeit im Netz: Dort suchen wir nach neuer Wohnung, Partnerschaft und Arbeit. Wir kaufen und bezahlen übers Online-Banking und haben Spaß in virtuellen Chatrooms. Besonders in der Corona-Zeit haben viele Menschen in Lockdown Flucht im Netz gefunden. Hervorragend also für Lügner und Betrüger im Internet. Auf diese Maschen im Netz sollen Sie besonders aufmerksam sein.

Vorsicht: Betrug im Internet

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Betrugsmasche: Geld überweisen, was für Scams gibt es?

Deutschland befindet sich am 6. Platz unter den Ländern weltweit mit den meisten Opfern von Internetkriminalität. Davor stehen Indien, USA, Brasilien, Frankreich und Italien. Allein in 2021 sind 17,7 Millionen Deutsche Opfer von Cybercrime geworden.

Unter „Cybercrime“ versteht man kriminelle Aktivitäten, die mithilfe von Computern oder dem Internet durchgeführt werden. Solche Straftaten sind aufgrund der technischen Kompetenz der Täter ganz schwer zu ermitteln. Viele Betrüger befinden sich in Ausland.

In den meisten Fällen dreht sich die Betrugsmasche um Geld und darauf zielen die Täter. Nicht selten geht es um die Installierung von Schadsoftware auf dem Computer mit dem Ziel, Kontrolle über das System zu übernehmen, sensible Daten (persönliche und Banking-Informationen) auszuspionieren und Lösegeld zu erpressen. Es gibt einige Szenarien, die wiederholt auftauchen.

#Romance-Scamming

Viele Menschen suchen auf Online-Partnerbörsen oder sozialen Netzwerken nach der Liebe: Seinen Sie vorsichtig, da Dating-Webseiten der Lieblingsort für Lügner und Betrüger im Internet ist. Es gibt einige altersbedingte Risikofaktoren: Internetnutzer:innen über 50 Jahre fallen meistens zum Opfer der vorgetäuschten Liebe. Liebesbetrug ist eine ganz sensible Sache und viele schämen sich, bei der Polizei den Betrug im Internet zu melden.

Liebesbetrüger ziehen ihren Opfern immer mehr Geld aus der Tasche

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Männer locken Täter anhand von schönen Bildern von attraktiven Frauen aus Ost- und Südeuropa oder Lateinamerika an. Frauen werden meistens von Tätern, die sich als Ärzte, Soldaten, afrikanische Prinzen oder UNO-Angestellten ausgeben, betrogen.

Der Liebesbetrug ist auf Dating-Plattformen und Social Media verbreitet

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Die Kriminellen sind meistens in Ausland (oftmals in westafrikanischen Nigeria oder Ghana) basiert, bauen durch Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit Vertrauen auf, und finden immer einen Grund, warum kein Video-Chat möglich ist. Plötzlich gerät der sogenannte Partner in Geldnot, und verlangt finanzielle Hilfen vom Opfer. Das können unerwartete Unfall-bedingte medizinische Prozeduren sein, Geschäftsreisen, bei denen der Partner beraubt wurde, und riesige Erbschaften, die der Kriminelle nach Deutschland zu transportieren hat. Im letzten Fall werden tausende Euro für Gebühren, Notarkosten und Steuer fällig, die das Opfer übernehmen soll. Darauf folgt angeblich die Hochzeit in Deutschland.

Betrüger im Internet: Die Kontaktaufnahme kann auch per E-Mail erfolgen

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Eine große Anzahl dieser Maschen erfolgen ebenso durch Kontaktaufnahme per E-Mail und die Täter können oftmals ganz gutes Englisch sprechen. Die meisten sind eigentlich gut ausgebildet, aber ohne Chancen in ihrem Land. Sie werden in Gruppen organisiert, ähnlich wie in Call-Centern, und viele sind der deutschen Sprache auch kundig.

#Wohnungsscam

Für Menschen, die auf der Wohnungssuche sind, sind meistens schöne Wohnungen zu Schnäppchen-Preisen ein wahr gewordener Traumwunsch: Zu schleicht, dass sich dahinter Internetbetrug verbirgt.

Vorsicht: Immobilien-Betrüger im Internet

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In den meisten Fällen geben sich die Kriminellen als Ausländer (oft Amerikaner) aus und sollten die großartige Wohnung geerbt haben. Sie können sich aber darum nicht kümmern, weil sie im Ausland leben. Oder sie haben in der Immobilie gelebt, sind aber jetzt wieder nach ihre Heimat zurückgezogen. Der potenzielle Mieter muss die Kaution und die erste Miete leisten, und dann wird angeblich der Schlüssel per Post zugeschickt. In den meisten Fällen hören die Opfer nach der Transaktion nie wieder etwas von dem „Eigentümer“.

Der Betrug im Internet wird zu einer großen „Industrie“

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#Traumjob

Auch Jobsuchende fallen schnell zu Opfern von Lügnern und Betrügern im Internet. Die unwahren Stellenanzeigen versprechen ausgezeichnete Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten, die Interviews werden meistens telefonisch durchgeführt. Der Kandidat bzw. die Kandidatin bekommt sofort die Stelle und muss zunächst in Vorleistung gehen – oftmals Geld für Arbeitsbekleidung und -schuhe überweisen. Danach verschwindet der „Arbeitgeber“.

Fiktive Firmen bieten Arbeitsstellen an

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#Phishing-Mails und E-Mail-Betrug

In den meisten Fällen erhalten die potenziellen Opfer eine E-Mail von einer Bank, einem Online-Shop oder Internetseite. Man klickt darauf und landet auf eine ziemlich gut gefälschte Kopie eines tatsächlichen Dienstleisters. Der Empfänger der Phishing-Mail gibt seine vertraulichen Finanzdaten, Passwörter und Zugangskennungen preis, indem er sich einzuloggen versucht oder das Kennwort wechselt und wird zum Opfer.

Finanzieller Betrug im Internet

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Viele E-Mails sehen als Ankündigung, dass Sie ein Gewinnspiel in Form von einer großen Geldsumme (in Bitcoins oder anderen Kryptowährungen) oder einem wertvollen Gegenstand, gewonnen haben. Dann teilen Ihnen Lügner und Betrüger im Internet mit, dass Sie noch eine Gebühr bezahlen müssen, zum Beispiel für die Bearbeitung oder den Notar. Die Opfer sollen per Banküberweisung, Bargeldüberweisung oder Paysafe-Karte bezahlen. Der Schwindel kann auch per Telefon stattfinden, wobei Lügner und Betrüger Sie zu überzeugen versuchen, in Kryptowährungen zu investieren. Die Täter maskieren ihre tatsächliche Rufnummer und Sie bekommen eine österreichische, schweizerische oder deutsche Vorwahl gezeigt. Eigentlich geht es um Call-Center in Indien.

Wie meldet man Betrug im Internet?

Je nach der Art des Betrugs können Sie den Fall bei der Verbraucherschutzzentrale und der Polizei melden. Sammeln Sie alle Beweise für die Kommunikation mit den Kriminellen sowie alle Bankdaten, hätten Sie Geld überwiesen. Eine Anzeige können Sie elektronisch bei der Polizei erstatten.

Keine guten Chancen, die Täter festzuhalten

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Betrug im Internet, das Geld zurück?

In den meisten Fällen werden die Opfer dieser Betrugsmaschen nie auf das verlorene Geld zurück. Deswegen ist die Prävention so wichtig.

Quellen:

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Polizeiliche Kriminalprävention für Bund und Länder

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