Lavendelkörbchen basteln: Anleitung für Sommerdeko

von Anna Müller
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Frisch gebundene Lavendelkörbchen verströmen auf der Terrasse ihren Duft.
Frisch gebundene Lavendelkörbchen verströmen auf der Terrasse ihren Duft. ©Archzine.net
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Ein Bund frisch geschnittener Lavendel duftet schon toll, wenn er einfach nur in der Vase steht. Aber Sie können mehr daraus machen. Wenn Sie ein Lavendelkörbchen basteln, verwandeln Sie die langen Stiele in eine kleine geflochtene Duftlaterne, die wochenlang hält und nach Provence riecht. Die Technik ist alt, stammt ursprünglich aus Frankreich und diente einst dazu, den Duft des Lavendels über den Sommer hinaus zu bewahren. Heute ist sie vor allem eins: ein schönes, schnelles DIY, das sich als Deko und als Mitbringsel eignet.

In dieser Anleitung bekommen Sie konkrete Mengenangaben – wie viele Stiele, wie viel Band – und eine Schritt-für-Schritt-Beschreibung, an der auch Anfänger nicht scheitern.

Kurz gesagt

  • Material – 15 bis 21 frische Lavendelstiele mit langen Stängeln plus 2 bis 3 Meter schmales Satinband.
  • Technik – Bouquet binden, kopfüber drehen, Band abwechselnd über und unter die heruntergeklappten Stiele flechten.
  • Dauer – etwa 20 bis 30 Minuten, sobald Sie den Dreh raushaben.
  • Frisch statt getrocknet – nur frische Stiele sind biegsam genug; sie trocknen später im Geflecht und behalten Form und Duft über Monate.

Was Sie zum Lavendelkörbchen basteln brauchen

Die Materialliste ist kurz, und vieles davon liegt vermutlich ohnehin in der Schublade. Wichtig ist vor allem die Qualität der Stiele: Sie müssen frisch, lang und biegsam sein.

  • Frischer Lavendel: 15 bis 21 Stiele mit möglichst langen Stängeln (mindestens 20 Zentimeter unterhalb der Blüte). Eine ungerade Anzahl ist Tradition – und sorgt beim Flechten dafür, dass das Band-Muster sauber aufgeht.
  • Schmales Satin- oder Dekoband: 2 bis 3 Meter lang, 0,5 bis 1,5 Zentimeter breit. Schmaler wirkt filigraner, breiter geht schneller.
  • Eine kleine Schere zum Zuschneiden der Stielenden.
  • Optional ein zweites Zierband für die Schleife am Schluss.

Rechnen Sie lieber ein paar Stiele mehr ein. Der eine oder andere knickt beim ersten Versuch, und ein zu dünnes Körbchen wird instabil. Wer mag, kann natürliche Materialien wie Jutekordel ergänzen: Wenn Sie Deko aus Naturmaterialien selber basteln, harmonieren Leinen- und Naturtöne besonders schön mit dem Violett.

Alles, was Sie zum Binden eines Lavendelkörbchens brauchen.
Alles, was Sie zum Binden eines Lavendelkörbchens brauchen. ©Archzine.net
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Der richtige Zeitpunkt: Wann Lavendel schneiden?

Der Erfolg entscheidet sich vor dem ersten Handgriff – nämlich beim Ernten. Frisch geschnittener Lavendel hat weiche, elastische Stiele, die sich biegen lassen, ohne zu brechen. Genau das brauchen Sie fürs Flechten.

Schneiden Sie den Lavendel an einem trockenen Sommertag, am besten am späten Vormittag, wenn der Tau verdunstet ist. Die Blüten sollten sich gerade öffnen, aber noch nicht verblüht sein – dann ist der Duft am intensivsten. Und dann gilt: sofort verarbeiten. Liegt der Lavendel erst ein paar Stunden, beginnen die Stiele zu welken und werden spröde. Ein gebrochener Stängel lässt sich nicht mehr retten.

Lavendelkörbchen flechten – Schritt für Schritt

Jetzt kommt der eigentliche Teil. Lesen Sie die Schritte einmal ganz durch, bevor Sie loslegen – dann ergibt der etwas ungewöhnliche Kniff mit dem Umklappen der Stiele sofort Sinn.

  • 1. Bouquet binden: Fassen Sie alle Stiele so zusammen, dass die Blütenköpfe auf einer Höhe liegen. Binden Sie das Band direkt unterhalb der Blüten fest um das Bündel und lassen Sie ein kurzes Ende überstehen.
  • 2. Kopfüber drehen: Drehen Sie das Bouquet um, sodass die Blüten nach unten zeigen. Klappen Sie nun die Stiele einen nach dem anderen nach unten über die Blüten – wie einen Käfig, der die Blütenköpfe umschließt.
  • 3. Band einweben: Nehmen Sie das lange Bandende und führen Sie es abwechselnd vor und hinter den heruntergeklappten Stielen hindurch. Vor dem ersten, hinter dem zweiten, vor dem dritten – immer im Wechsel rundherum.
  • 4. Reihen wiederholen: Ist die Runde beendet, ziehen Sie das Band sanft straff und beginnen die nächste Reihe. So wächst Zeile für Zeile das typische Korbmuster, bis die Blüten vollständig umhüllt sind.
  • 5. Abschließen: Wickeln Sie das restliche Band ein paar Mal um die Stiele unterhalb des Geflechts und verknoten Sie die Enden zu einer Schleife.

Halten Sie das Band beim Weben spürbar unter Spannung, aber ziehen Sie nicht mit Gewalt – sonst quetschen Sie die Stiele. Es soll fest sitzen, nicht schnüren.

Das typische Flechtmuster aus Lavendelstielen und Satinband im Detail.
Das typische Flechtmuster aus Lavendelstielen und Satinband im Detail. ©Archzine.net

Henkel anbringen und Körbchen fertigstellen

Aus den Stielen, die unten überstehen, entsteht der namensgebende Henkel. Suchen Sie sich zwei gegenüberliegende, kräftige Stängel aus, biegen Sie sie über dem Körbchen zusammen und binden Sie sie mit einem Rest Band fest. Die übrigen Stiele kürzen Sie mit der Schere auf gleiche Länge – so steht das Körbchen sauber, wenn Sie es hinstellen möchten.

Und schon ist Ihr erstes Duftkörbchen fertig. Es wird in den nächsten Tagen langsam durchtrocknen und dabei seine Form behalten. Der Duft bleibt – oft über Monate.

Frisch oder getrocknet: Was eignet sich besser?

Diese Frage taucht fast immer auf, und die Antwort ist eindeutiger, als man denkt. Zum Flechten selbst gewinnt frischer Lavendel klar. Nur seine feuchten, elastischen Stiele lassen sich zu dem engen Korbmuster biegen. Getrocknete Stängel sind glasig und brechen beim ersten Umklappen.

Getrockneter Lavendel spielt seine Stärke erst danach aus: Ist das frisch geflochtene Körbchen einmal durchgetrocknet, ist es genauso haltbar wie ein von Anfang an trockenes – nur ohne das Bruchrisiko. Kurz gesagt: Sie flechten frisch und lassen anschließend trocknen. Das Beste aus beiden Welten.

Mit unterschiedlichen Bandfarben wirkt jedes Lavendelkörbchen individuell.
Mit unterschiedlichen Bandfarben wirkt jedes Lavendelkörbchen individuell. ©Archzine.net

Wohin mit dem fertigen Lavendelkörbchen?

Ein einzelnes Körbchen macht schon etwas her, mehrere zusammen sind ein kleines Highlight. Auf dem gedeckten Tisch ersetzt es den klassischen Streublumenschmuck und passt wunderbar in den Landhausstil, wenn Sie kreative Tischdeko selbst basteln. Am Fenstergriff oder an einer Schnur aufgehängt, wird daraus eine sommerliche Kulisse – Inspiration liefert etwa, wie Sie sommerliche Fensterdeko selber machen.

Und als Geschenk? Kaum etwas kommt so gut an wie etwas Selbstgemachtes aus dem eigenen Garten. Ein Lavendelkörbchen ist ein duftendes Mitbringsel für die Gastgeberin, eine hübsche Ergänzung zum Blumenstrauß oder eine persönliche Aufmerksamkeit – es zählt zu den schönsten Ideen, wenn Sie persönliche Geschenkideen von Herzen suchen.

Klein verpackt macht das Lavendelkörbchen ein duftendes Mitbringsel.
Klein verpackt macht das Lavendelkörbchen ein duftendes Mitbringsel. ©Archzine.net
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Profi-Tipps

  • Genug Stiele nehmen: Unter 15 Stängeln wird das Geflecht dünn und das Körbchen kippelig – lieber 19 oder 21 als zu wenige.
  • Band straff halten: Sitzt das Band zu locker, rutschen die Reihen auseinander und einzelne Blüten rieseln heraus. Nach jeder Runde nachspannen.
  • Nie zu spät ernten: Sind die Stiele schon angetrocknet, brechen sie beim Umklappen. Direkt nach dem Schnitt verarbeiten.
  • Auf ungerade Zahl achten: Bei gerader Stielanzahl liegt das Band in jeder Reihe an derselben Stelle – das Muster wirkt weniger sauber.

Sobald das erste Körbchen gelingt, wollen die meisten gleich weitermachen – mit anderen Bandfarben, größeren Bündeln oder als ganze Reihe fürs Fenster. Nehmen Sie sich den kleinen Frust der ersten paar Reihen nicht zu Herzen: Nach dem zweiten Versuch sitzt der Handgriff, und der Duft frisch geschnittenen Lavendels begleitet Sie durch den ganzen Nachmittag.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Lavendelstiele braucht man für ein Lavendelkörbchen?

Für ein stabiles Körbchen rechnen Sie mit 15 bis 21 Stielen. Eine ungerade Anzahl ist traditionell und lässt das geflochtene Bandmuster sauberer aufgehen. Weniger als 15 Stiele machen das Körbchen instabil.

Funktioniert die Anleitung auch mit getrocknetem statt frischem Lavendel?

Zum Flechten nicht. Getrocknete Stiele sind spröde und brechen, sobald Sie sie umklappen. Verwenden Sie frischen Lavendel und lassen Sie das fertige Körbchen anschließend trocknen – dann ist es genauso haltbar.

Wie lange hält ein Lavendelkörbchen und behält es seinen Duft?

Ein gut geflochtenes Körbchen hält viele Monate. Der Duft bleibt am längsten, wenn es an einem trockenen, nicht zu sonnigen Platz steht. Ein sanftes Drücken der Blüten frischt das Aroma zwischendurch wieder auf.

Was ist der beste Zeitpunkt, um Lavendel zum Basteln zu schneiden?

Schneiden Sie an einem trockenen Sommertag, wenn die Blüten sich gerade öffnen. Am späten Vormittag ist der Tau verdunstet und der Duft besonders intensiv. Verarbeiten Sie die Stiele direkt nach der Ernte, solange sie biegsam sind.

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Anna Müller

Anna Mueller ist das jüngste Multitalent unter den Autoren des Archzine Online Magazins. Das Journal ist dafür bekannt, mit der Mode Schritt zu halten, damit die Leser immer über die tollsten Trends informiert sind. Anna absolvierte ihren Bachelor in Journalistik an der Freien Universität Berlin.