Grillen gehört im Sommer einfach dazu – in allen Gärten brutzelt es und die Küche wird wie selbstverständlich nach draußen verlagert. Am Grill übernimmt oftmals gerne der Mann die Regie und die Grillindustrie greift genau das auf: neue Trends in jedem Jahr, eine Erweiterung der Produktpalette mit allerhand technischer Gadgets und trotzdem das Motto „Back to the Roots“. Was in diesem Jahr nicht fehlen darf und wie der Grillabend ein voller Erfolg wird, gibt es hier.

Den Grillabend mit Freunden zur Gartenparty zu erklären, ist eine schöne Art laue Sommerabende zu nutzen und Zeit gemeinsam zu verbringen

grillabend mit guten freunden genießen

Einladung, Einkauf, Vorbereitung

Grillen geht am besten in guter Gesellschaft. Die Freunde einzuladen ist deshalb eine nette Idee und macht den Grillabend zum kleinen Gartenfest. Da der Trend beim Grillen weg von simplen Steaks und Würstchen geht, lohnt sich der Aufwand auch deutlich mehr wenn bewundernde Zuschauer vor Ort sind. Im Sommer bietet es sich an damit in den frühen Abendstunden zu beginnen, wenn die Mittagshitze abgeklungen ist und im Garten angenehme Temperaturen herrschen.
Der Einkauf sollte dann zwei oder drei Tage vor dem Grillen stattfinden, damit das Fleisch genügend Zeit hat in der Marinade zu ziehen – außer bei Geflügelfleisch, das immer frisch zu kaufen ist. Dabei sollte auf höchste Qualität geachtet werden, denn die Qualität der grundlegenden Zutaten spiegelt sich im Endprodukt ganz deutlich wieder. Der Metzger des Vertrauens ist hier eine gute Anlaufstelle, auch die Fleischtheken moderner Supermärkte haben oftmals eine entsprechende Qualität zu bieten. Wenn es sich um etwas Ausgefalleneres handelt, lohnt es sich vorzubestellen, um keine Enttäuschung zu erleben.
Das gekaufte Fleisch zu Hause selbst zu marinieren ist bereits der Beginn der Zubereitung und verspricht zartes, aromatisches Fleisch ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker als Ergebnis. Drei Varianten, die sich für Schwein und auch Rindfleisch eignen, sind beispielsweise:

Chili-Honig-Marinade

200ml Sojasauce
100ml Honig
200ml Olivenöl
2 Chilischoten, entkernt, zerkleinert

Kräuter Senf-Marinade

200ml Olivenöl
6 EL Frische Gartenkräuter, gehackt, z.B. Thymian und Rosmarin
7 EL grobkörniger Dijon-Senf

Griechischer Zitronen-Rub

2 Bio-Zitronen, Saft und fein abgeriebene Schale
2-4 Zehen Knoblauch, grob zerteilt
3 TL Piment
2 EL Oregano

Für die Marinaden jeweils alle Zutaten gut vermischen und mit dem abgespülten und trocken getupften Fleisch zusammen in einen Gefrierbeutel geben, verschließen und im Kühlschrank ruhen lassen. Die Marinaden ziehen in der Zeit in das Fleisch ein, geben ihr Aroma ab und machen es schön zart.

Das Fleisch für den Grill sollte von sehr guter Qualität sein, dementsprechend lohnt es sich auch das Marinieren selbst zu übernehmen – so kommt nur das ans Fleisch, was auch wirklich für Geschmack sorgt und keine Konservierungsstoffe.

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Die Grill-Trends 2016

Die Grill-Trends 2016 versprechen jedoch mehr als nur selbst gewürztes Fleisch. Das Motto ist neben allerhand neuer technischer Gadgets ganz klar „Back to the Roots“. Dazu zählt zum Beispiel Churrasco. Was so schön Spanisch klingt, kommt tatsächlich aus Südamerika und geht auf die Gauchos zurück, die nach ihren langen Ritten durch die Pampa ihre Jagdausbeute abends auf Spießen über dem Lagerfeuer grillten. Dafür wurden die Stücke grob zerteilt und U-förmig aufgespießt, mit einer Salzkruste eingerieben und über dem offenen Feuer gegart. Die Brasilianer nehmen heute dafür am liebsten den Rinder-Hüftdeckel und zelebrieren diese Urform des Grillens noch heute. Für moderne Gas- und Holzkohlegrills (über dem das ganze natürlich näher an seine Ursprungsform kommt) gibt es spezielle Aufsätze mit Einkerbungen, die die Spieße halten. Auch sonst liegen Spieße im Trend: dadurch dass sie individuell bestückt werden können, ist für jeden Geschmack etwas dabei und machen auch vegane und vegetarische Varianten möglich.
Eine andere Grillvariante zeigt einmal mehr, wie individuell modernes Grillen ist. Via Pizzastein kann nämlich auch die Pizza auf dem Grill zubereitet werden. Durch die hohen Temperaturen hat das einen ähnlichen Effekt auf das Gebäck wie der klassische Steinofen, in dem Pizza traditionell zubereitet wird. Der Boden wird durch den heißen Stein knusprig und der Belag mit indirekter Hitze gegart.
Eine andere Wiederentdeckung, der den Grill zur vollwertigen Sommerküche macht, ist der Topf für den Grill. Der auch für sehr hohe Temperaturen geeignete gusseiserne Kochtopf macht das Kochen von Schmorgerichten wie Chili con Carne, klassisches Ragout oder auch Ratatouille möglich, aber auch Brot soll in dem heißen Topf sehr gut gelingen. Das ergänzt den Trend des Low & Slow, also des langen Niedrigtemperaturgarens, was bereits letztes Jahr die Saison begleitet hat. Pulled-Pork und Beef Brisket sind mögliche Rezepte, die Fleisch in einer völlig neuen Form präsentieren und durch Garzeiten von 16 Stunden plus auf der Zunge zerfallen lassen.
Neben diesen traditionellen Geräten und Einsätzen für den Grill gibt es auch jedes Jahr neue technische Gadgets, die das Grillen zum spielerischen Erlebnis machen. Thermometer, die die Temperatur des Fleisches an das Smartphone senden sind nur eine Entdeckung davon. So gibt es beispielsweise jetzt auch den Roboter, der automatisch den Grillrost reinigt. Ob diese Spielerei notwendig ist, bleibt jedem selbst überlassen – Spaß macht es allemal.

Pulled-Pork kommt aus der Ecke des Low & Slow Grillens – das Fleisch wird dabei 16 Stunden lang gegrillt und zerfällt hinterher förmlich auf der Zunge.

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Was gibt’s dazu? Ideen für Beilagen und Getränke

Aber zum gelungenen Grillabend gehören nicht nur Grill und Fleisch. Die Getränkeversorgung und ein paar Vitaminen in Form von Beilagen und Salaten fehlen schließlich noch. Im Sommer braucht es vor allem Erfrischung. Und während die Männer sich am Bier gütlich tun, so gibt es für die Frauen frisch-fruchtige Cocktails wie Mojitos, die den Abend spritzig anlassen oder eine alkoholfreie Variante wie selbstgemachte Wassermelonenlimonade, die erfrischt und zum Sommer passt – das Rezept gibt es unter diesem Link. Frische Kräuter im Drink werten dabei den Geschmack erheblich auf und wirken erfrischend, auch viele andere Früchte können zu selbstgemachter Limonade verarbeitet werden.

Hausgemachte Wassermelonenlimonade sieht nicht nur super aus, sie ist auch erfrischend für heiße Sommertage und nicht so süß wie viele gekaufte Produkte.

wassermelonenlimonade - hausgemacht

Zur Beilage gibt es neben Brot und frischen Aufstrichen wie hausgemachte Tomatenbutter auch viele fruchtige Salat-Ideen, wie zum Beispiel Radicchio Melonen-Salat. Der Radicchio dafür kann direkt auf dem Grill geröstet werden, er entfaltet dadurch eine besondere Geschmacksnote, die durch die Melone schön kontrastiert wird. Aber auch klassische Salate, wie mediterraner Nudelsalat kommen immer gut an und bereichern den gedeckten Tisch.

Radicchio-Melonen-Salat

2 mittlere Radicchio-Köpfe
½ Wassermelone
1 Mozzarella
1 TL Honig

Für das Dressing:

Öl, Balsamico, Zitronensaft, Salz, Pfeffer
Den Radicchio waschen, längs vierteln und für 5-10 Minuten auf dem Grill rösten. In der Zwischenzeit die Melone aufschneiden und würfeln, ebenso den Mozzarella. Aus Öl, Balsamico, Zitronensaft, Salz und Pfeffer in einer flachen Schale das Dressing zubereiten und den gegrillten Radicchio darin wenden. Dann den Honig drüber träufeln. Wassermelone und Mozzarella drüber geben – fertig.

Mediterraner Nudelsalat

400g Farfalle
1 Bund Rucola
400g Cherry-Tomaten
30g Pinienkerne
1 Mozzarella
1 Bund Basilikum

Für das Dressing:

Olivenöl, Balsamico, Weißweinessig, Salz, Pfeffer, eine Prise Zucker
Pasta nach Packungsanweisung al dente kochen, hinterher kalt abspülen und mit dem gemischten Dressing in eine Schüssel geben – eine Stunde durchziehen lassen. Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett rösten und abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die restlichen Zutaten waschen und in mundgerechte Stücke würfeln, den Rucola nur grob in der Mitte zerteilen. Unter die Pasta mischen und mit den Pinienkernen bestreut servieren.

Der Grillabend

Am Grillabend selbst sollte beim Holzkohlegrill früh genug daran gedacht werden, die Kohlen anzuheizen, damit alles bereit ist wenn die Gäste kommen. Eine halbe Stunde vorher das marinierte Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen und den Gefrierbeutel öffnen, damit es keinen Temperaturschock erlebt wenn es schließlich auf den Grill geht.

Lampions und Lichterketten schmücken den Garten und sorgen gleichzeitig für Beleuchtung wenn der Abend etwas länger geht.

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Zum Grillabend muss das Geschirr nicht hundertprozentig aufeinander abgestimmt sein. Bunte, alte Porzellan und Keramik-Schüsseln und Einzelstücke vom Flohmarkt oder Omas Goldrand-Geschirr lockern die Atmosphäre am Tisch auf und wirken charmant. Laternen und Lichterketten auf der Terrasse und in den Bäumen sorgen für eine schöne Lichtstimmung wenn es dunkel wird. Gegen Mücken helfen Kerzen mit Lavendel oder Zitronengras-Duft.
Wenn es sich bei dem Grillfleisch nicht gerade um Pulled-Pork handelt, das 16 Stunden auf dem Grill schmort, darf ruhig erst dann damit begonnen werden, wenn die Gäste da sind. Das macht den Abend in jedem Fall zum Erlebnis und sorgt außerdem für den typischen Grillgeruch in den Nasen. Für den Fall, dass es kurzfristig anfängt zu regnen, lohnt es sich übrigens, bereits vorher den Esstisch ein wenig frei zu räumen, so dass der Umzug im Notfall möglichst schnell von Statten geht.
Wer so vorbereitet ist, erlebt mit Sicherheit einen schönen Grillabend mit Freunden. Die meisten Fleischgerichte schmecken übrigens am nächsten Tag auch kalt aufgeschnitten auf Brot, als Sandwich zubereitet – so sind gleich zwei Tage mit leckerem Essen versorgt und es ist kein Problem, wenn eventuell zu großzügig geplant wurde oder etwas übrig bleibt.

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