Weihnachtsmann basteln: 6 Ideen aus Klorolle, Filz und Holz
Die schönste Figur kommt oft aus dem Altpapier und nicht aus dem Bastelladen.
Sechs Materialien, sechs Wege: Wer einen Weihnachtsmann basteln will, entscheidet hier nach Aufwand, Kosten und Alter des Kindes. Klorolle und Pappteller kosten nichts, Filz und Holz halten viele Jahre. Dazu kommen der Klorollen-Klassiker in fünf Schritten und der Farbton, der zur Deko passt.
Auf dem Basteltisch liegen eine leere Klorolle, ein Rest roter Filz und eine Astscheibe vom Heckenschnitt. Aus jedem dieser drei Dinge wird in einer knappen halben Stunde eine Figur. Sie halten unterschiedlich lange und verlangen ganz unterschiedliche Kinderhände.
Die meisten Anleitungen im Netz zeigen genau einen Weg, meist die Klorolle oder den Pappteller, dazu eine Vorlage zum Ausdrucken. Wer einen Weihnachtsmann basteln will, klickt sich deshalb durch fünf Seiten, bevor klar ist, welches Material zum Alter des Kindes und zur eigenen Deko passt. Hier stehen sechs Materialwege nebeneinander, mit Aufwand, Kosten, Alterseignung und Haltbarkeit.
Zeitdruck haben Sie dabei nicht. Bis zum ersten Advent am 29. November 2026 sind es noch Monate, und das ist ein Vorteil: Acrylfarbe darf zwischen zwei Aufträgen in Ruhe durchtrocknen. Es geht hier übrigens um die Figur, nicht um die verkleidete Person. Wer ein Weihnachtsmann-Kostüm selber machen möchte, findet dafür einen eigenen Beitrag.
Kurz gesagt
- Schnellster Weg mit kleinen Kindern: die Klorolle, rund 20 Minuten reine Arbeitszeit, Material aus dem Altpapier.
- Schönster Weg für Erwachsenen-Deko: Filzkegel mit Wollpompon-Bart oder eine bemalte Holzscheibe.
- Günstigster Weg: Klorolle und Pappteller kosten nichts, bezahlt wird nur die Farbe.
- Kinder allein: ab etwa vier Jahren mit Bastelkleber; Heißklebepistole und Säge bleiben in Erwachsenenhand.
- Immer im Haus: Watte oder Wolle, Acrylfarbe in Rot und Hautton, flüssiger Bastelkleber, Schere.
Weihnachtsmann basteln: sechs Wege im Vergleich
Das Material entscheidet über das Ergebnis stärker als das handwerkliche Geschick. Kleine Kinderhände brauchen dicke Oberflächen und Kleber, der nicht sofort abbindet. Eine Figur fürs Sideboard braucht dagegen einen sauberen Umriss und eine ruhige Oberfläche.
| Material | Aufwand | Materialkosten | Geeignet ab | Haltbarkeit |
|---|---|---|---|---|
| Klorolle | ca. 20 Minuten | 0 Euro plus Farbe | 4 Jahre, mit Hilfe | im Karton mehrere Jahre |
| Pappteller | ca. 25 Minuten | 0 Euro (Rest) bis unter 1 Euro | 4 Jahre | ein bis zwei Saisons |
| Filzkegel | ca. 30 Minuten | 2 bis 4 Euro | 8 Jahre (Heißkleber: Erwachsene) | viele Jahre |
| Socke mit Füllung | ca. 30 Minuten | 0 bis 3 Euro | 6 Jahre | Jahre, nur trocken gelagert |
| Holzscheit | ca. 40 Minuten | 0 Euro aus dem Brennholz | 10 Jahre (Sägen: Erwachsene) | mehrere Winter, halbgeschützt auch draußen |
| Wollpompon | ca. 15 Minuten | 1 bis 3 Euro Wollrest | 6 Jahre | mehrere Jahre |
Die Zeiten gelten für den reinen Bastelvorgang, Trockenpausen kommen dazu. Die Faustregel: Mit einem Kindergartenkind nehmen Sie Klorolle oder Pappteller. Soll die Figur in zehn Jahren noch aus dem Karton kommen, greifen Sie zu Filz oder Holz.
Womit Sie einen Weihnachtsmann basteln, ohne einzukaufen
Der größte Teil der Ausstattung liegt in vielen Haushalten schon herum. Kaufen müssen Sie meist nur Acrylfarbe in Rot und einem Hautton sowie flüssigen Bastelkleber, zusammen etwa acht bis zwölf Euro. Klorollen und Pappteller kosten als Recyclingmaterial nichts.
Bei der Heißklebepistole lohnt ein Blick auf die Temperatur: Niedertemperatur-Modelle arbeiten bei rund 105 bis 130 Grad, Hochtemperatur-Modelle bei etwa 190 bis 200 Grad. Beide gehören in Erwachsenenhand, Kindern reicht Bastelkleber. Wer ohnehin Naturmaterial sammelt, kann parallel weihnachtlich mit Korken basteln.
Das brauchen Sie
- Flüssiger Bastelkleber
- Heißklebepistole (nur Erwachsene)
- Acrylfarbe in Rot und Hautton
- Weiße Watte oder Wollreste
- Filzreste in Rot und Weiß
- Bastelschere
- Zwei Pinsel (breit und fein)
- Rotes Ton- oder Seidenpapier
- Wackelaugen (optional)

Weihnachtsmann aus der Klorolle: Schritt für Schritt
- Schritt 1: Rolle in Hautton grundieren. Die komplette Rolle hell grundieren, auch den oberen Rand. Etwa 20 bis 30 Minuten antrocknen lassen, sonst reißt die nächste Schicht auf.
- Schritt 2: Zwei Drittel rot bemalen. Am oberen Rand ein schmales Band rot bemalen, das wird der Mützenrand. Darunter bleibt ein Streifen in Hautton als Gesicht stehen, der ganze Rest der Rolle wird rot und ergibt den Mantel. Auf Pappe deckt Acrylfarbe meist erst im zweiten Auftrag.
- Schritt 3: Wattebart andrücken. Kleber auf die untere Kante zwischen Gesicht und Mantel auftragen, die Watte in kleinen Büscheln hineindrücken, solange er feucht ist. Nicht flächig auflegen, sonst löst sie sich beim ersten Anfassen.
- Schritt 4: Mützenkegel aufsetzen. Aus rotem Tonpapier einen Halbkreis mit etwa 5 Zentimetern Radius schneiden und zum Kegel rollen. Der gerollte Kegel soll den Rollenrand knapp überlappen, dann sitzt die Mütze fest. Naht kleben, aufsetzen, ein Wattebällchen als Bommel.
- Schritt 5: Augen und Nase ankleben. Zwei Wackelaugen dicht unter den Mützenrand, dazwischen eine Nase aus rotem Filz. Zwei winzige Wattefusseln darüber ergeben die Augenbrauen.

Danach über Nacht stehen lassen. Fingertrocken ist Acrylfarbe schon nach 20 bis 30 Minuten, wirklich durch erst nach mehreren Stunden.

Wer den Bart flacher mag, rollt stattdessen weiße Papierstreifen von zwei bis drei Zentimetern Breite über einen Stift auf. Das ergibt den krausen Effekt gekaufter Figuren.
Fünf Varianten vom Filzkegel bis zum Türkranz
Wenn der erste Weihnachtsmann steht, wird der zweite meistens ehrgeiziger. Diese fünf Varianten brauchen kaum mehr Material, aber jeweils einen Handgriff, der über das Ergebnis entscheidet. Ganz ohne Einkauf geht auch die Naturvariante: eine Walnuss als Kopf, ein Apfel als Körper, verbunden mit einem Zahnstocher.
Filzkegel mit Wollpompon-Bart
Einen Halbkreis aus rotem Filz zum Kegel rollen und die Naht mit Heißkleber schließen, das ist der ganze Körper. Der Bart ist ein Pompon: Wolle etwa vierzigmal um die Zinken einer Gabel wickeln, in der Mitte fest abbinden, die Schlaufen an beiden Seiten aufschneiden, die Kugel rund stutzen. Diese Variante sieht am ehesten aus wie gekauft. Wer nur den Pompon macht und ihm eine kleine Filzmütze aufsetzt, hat in einer knappen Viertelstunde eine zweite, kleinere Figur.
Socken-Wichtel mit Reisfüllung
Eine einzelne weiße oder graue Socke mit Reis oder Linsen füllen, oben mit einem Gummiband abbinden und den überstehenden Rest als Mütze umschlagen. Die Füllung macht die Figur standfest, sie hält deshalb auch auf einer schrägen Fensterbank. Die Socke muss dabei völlig trocken sein.
Holzscheit-Figur für draußen
Ein Astscheit vom Brennholz, etwa zwanzig Zentimeter lang, wird nur bemalt: unteres Drittel Mantel, mittleres Feld weiß als Bart, oberes Drittel Mütze. Die Rinde bleibt stehen und macht die halbe Wirkung aus. Sägen übernehmen Erwachsene. Mit zwei Schichten Klarlack übersteht die Figur mehrere Winter an einem überdachten Platz.
Klappkarte mit Überraschungseffekt
Auf einer Karte kleben Sie die Papierstreifen nur am oberen Ende an, unten stehen sie frei ab. Mütze aus rotem Tonpapier, Nase aus einem ausgestanzten Kreis. Läuft der Bastelnachmittag danach weiter, sind Bastelideen mit Eisstielen der nahtlose Anschluss.
Türkranz mit Weihnachtsmann-Gesicht
Ein Pappteller wird zum Gesicht, ein Kranz aus Wattebällchen zum Bart. Die Bällchen dicht an dicht auf die unteren zwei Drittel kleben, das obere Drittel rot als Mütze bemalen. An einem Samtband aufgehängt ist das der schnellste Türschmuck, den Kinder allein hinbekommen.
Damit die Figur zur Deko passt
Der häufigste Grund, warum eine selbst gebastelte Figur nach einem Jahr im Karton bleibt: Sie passt farblich nicht zum Rest. Signalrot aus dem Tuschkasten beißt sich mit fast jeder aktuellen Weihnachtsdeko.
Die Farbkarten der großen Deko-Hersteller für die Saison 2026 zeichnen ein gedecktes Bild: Klassisches Weihnachtsrot kommt zurück, aber als Bordeaux, Kirsche und dunkles Beerenrot, begleitet von Mocha-Braun, Waldgrün, Cremeweiß und mattem Gold. Bei den Materialien stehen Samtbänder, Papier, Holz und getrocknete Orangenscheiben vorn.
Praktisch heißt das: Rühren Sie einen Tropfen Braun in das Rot, bevor Sie Mütze und Mantel bemalen, und halten Sie den Bart in Cremeweiß statt Reinweiß, etwa mit ungefärbter Wolle. Wer die Farben vorher an der eigenen Weihnachtsdeko 2026 abgleicht, spart sich das zweite Bemalen.

Einpacken, damit er nächstes Jahr wiederkommt
Eine Papierfigur übersteht den Sommer im Keller nicht, eine Filzfigur schon. Der Unterschied liegt fast immer an der Verpackung: Watte zieht Staub, Kegel und Bärte verlieren unter Gewicht ihre Form, und Feuchtigkeit macht aus einer Klorolle binnen Wochen eine welke Rolle.
Profi-Tipps
- Karton statt Plastiktüte: Pappe lässt Restfeuchte entweichen, in der Tüte schwitzt die Figur und die Watte wird grau.
- Nichts stapeln: jede Figur einzeln in Zeitungspapier wickeln oder in ein Fach vom Eierkarton stellen.
- Bart abdecken: ein Blatt Backpapier über die Watte legen, dann fusselt sie den Karton nicht zu.
- Holz trocken lagern: nicht in den Keller, sonst zieht das Scheit Feuchtigkeit und der Klarlack blättert.
- Karton beschriften: Inhalt außen notieren, dann bleibt im November die halbe Abstellkammer zu.
Wer im Sommer bastelt, nimmt den zweiten Vorteil gleich mit: Die Figuren sind längst durchgetrocknet und verpackt, wenn Anfang Dezember die eigentliche Deko-Arbeit anfängt.
Häufig gestellte Fragen
Womit klebt Watte zuverlässig auf Pappe?
Was kann ich statt Watte für den Bart nehmen?
Darf ein gebastelter Weihnachtsmann draußen stehen?
Wie bekomme ich das Gesicht ohne Zeichentalent hin?
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