Weihnachtsmann-Kostüm: kaufen oder selber machen?

Ob spontan aus dem Bademantel oder gekauft von der Stange: Am Ende verrät der Bart, wer wirklich Weihnachtsmann ist.

von Anna Müller Aktualisiert:

Zwei Wochen vor Heiligabend fällt der Satz: „Du machst dieses Jahr den Weihnachtsmann.“ Jetzt zählt, dass das Kostüm sitzt, nicht kratzt und den ganzen Abend durchhält. Ein überzeugendes Weihnachtsmann-Kostüm scheitert dabei selten am guten Willen, sondern an drei Kleinigkeiten: am Sitz, am Material und am Bart. Zum Ziel führen zwei Wege: Beim Kauf kommt es darauf an, dass ein preiswertes Set trotzdem nach etwas aussieht, beim Selbermachen wird aus einem roten Mantel ganz ohne Nähmaschine ein Last-Minute-Kostüm. Dazu die passenden Varianten für Weihnachtsfeier, Bescherung und Nikolaus, für Baby, Kind, Erwachsene und die Weihnachtsfrau.

Kurz gesagt

  • Grundausstattung: Roter Mantel mit weißem Saum, Mütze, Gürtel mit Schnalle und ein weißer Rauschebart ergeben den klassischen Look.
  • Kaufen oder selber machen: Ein Fertig-Set ist in Minuten startklar, die No-Sew-Variante aus rotem Mantel plus Plüschband kostet weniger und geht zur Not über Nacht.
  • Passform: Die meisten Kostüme sind großzügige Einheitsgröße, der Gürtel stellt die Taille individuell ein.
  • Der Bart entscheidet: Ein dichter, sauber sitzender Rauschebart trennt den echten Weihnachtsmann vom Faschingsartikel.
  • Für die Kleinen: Bei Baby und Kind zählen kratzfreie Stoffe und die richtige Länge mehr als jedes Detail.

Woraus ein gutes Weihnachtsmann-Kostüm besteht

Das klassische Weihnachtsmann-Kostüm folgt einem festen Bauplan, und genau der macht die Figur auf einen Blick erkennbar. Den Kern bilden der lange rote Mantel mit breitem weißem Saum und die rote Zipfelmütze mit Plüschrand. Dazu kommen ein Gürtel mit auffälliger Schnalle, der weiße Rauschebart und Stiefelstulpen, die über die normalen Schuhe rutschen. Ein Jutesack für die Geschenke rundet das Set ab, manche Varianten legen weiße Handschuhe und eine passende Hose bei.

Entscheidend ist das Zusammenspiel. Rot und Weiß müssen kräftig sein, der Plüsch darf nicht dünn und grau wirken. Fehlt ein Element, kippt der Look ins Beliebige: Ein Weihnachtsmann ohne Gürtel sieht aus wie im Bademantel, ohne Bart wie ein Mann in Rot.

Grafik zu den Bestandteilen eines Weihnachtsmann-Kostüms im Überblick
Grafik: Mütze, Bart, Mantel, Gürtel, Stiefelstulpen und Sack ergeben das komplette Set. Grafik: KI-generiert
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Kaufen: Passform, Material und Qualität beim Weihnachtsmann-Kostüm

Wer ein fertiges Set kauft, zahlt vor allem für zwei Dinge: Passform und Plüsch. Die meisten Modelle kommen als Einheitsgröße, großzügig geschnitten, damit ein Pullover darunterpasst und die Silhouette füllig wird. Der Gürtel holt die überschüssige Weite an der Taille wieder ein. Für sehr große oder sehr schmale Träger lohnt trotzdem der Blick auf die Maßangaben, denn auch „One Size“ hat Grenzen.

Beim Material dominiert Polyester. Es ist leicht, farbbeständig und knittert wenig, wirkt aber je nach Verarbeitung schnell billig-glänzend. Ein Kostüm aus mattem Samt oder Velours sieht deutlich edler aus als glatter Glanzstoff. Der wichtigste Unterschied steckt jedoch im Bart und im Plüsch: dichter, cremeweißer Kunstpelz statt dünner Watte. Halten Sie die Mütze kurz gegen das Licht, dann sehen Sie sofort, ob der Rand voll ist oder durchscheint.

Kostüm-Typ Material und Bart Passt für
Basis-Setdünner Plüsch, einfacher Polyesterstoff, kurzer BartKinderfeier, kurzer Auftritt
Deluxe-SetSamt oder Velours, voller Plüschrand, dichterer BartWeihnachtsfeier, Fotos
Profi-Kostümschwerer Stoff, Echt-Optik-Bart mit Gummizug, Handschuhe und Stulpen dabeiBescherung mit Kindern, Bühnenauftritt

Selber machen: aus rotem Mantel wird der Weihnachtsmann

Sie brauchen kein fertiges Set. Ein roter Bademantel oder Morgenmantel ist die perfekte Grundlage, weil er ohnehin die richtige Form hat: lang, weit und mit Gürtel. Der Rest ist Deko. Wer die Nähmaschine meidet, klebt statt zu nähen, dann steht das Kostüm in einer knappen Stunde. Noch mehr Ideen rund um die Figur finden Sie in unserer Sammlung zum Weihnachtsmann basteln, und wer öfter Kostüme selber macht, kennt die Grundtechnik schon.

Das brauchen Sie

  • roter Bademantel oder langer Mantel
  • weißes Plüsch- oder Pelzband (2 bis 3 m)
  • doppelseitiges Stoffklebeband oder Nadel und Faden
  • breiter Gürtel
  • rote Zipfelmütze mit Plüschrand
  • weißer Rauschebart mit Gummiband
  • ein flaches Kissen für die Bauch-Silhouette
Material für ein selbstgemachtes Weihnachtsmann-Kostüm als Flatlay
Ein roter Bademantel, weißes Plüschband, Gürtel und Mütze ergeben ohne Nähen die Grundlage. ©Archzine.net | Illustration: KI-generiert

Schritt für Schritt zum eigenen Kostüm

  1. Mantel vorbereiten. Den roten Mantel bügeln, damit das Band glatt sitzt, und Saum, Ärmelenden sowie Kragen grob abmessen.
  2. Plüschband anbringen. Das weiße Band an Saum, Ärmeln und Vorderkante entlangführen und mit doppelseitigem Klebeband fixieren oder mit großen Stichen aufnähen.
  3. Silhouette formen. Ein flaches Kissen vor dem Bauch platzieren und den Gürtel darüber schließen, so entsteht die typische runde Form.
  4. Kopf komplettieren. Mütze aufsetzen, den Bart mit dem Gummiband hinter den Ohren einhängen und unter der Mütze verstecken.
  5. Feinschliff. Die Schuhe mit dunklen Socken oder schwarzen Überziehern kaschieren, weiße Handschuhe dazu, fertig.
Hände nähen weißes Plüschband an den Saum des Mantels
Statt zu nähen lässt sich das Plüschband bei einer Last-Minute-Variante auch aufkleben. ©Archzine.net | Illustration: KI-generiert

Für Baby, Kind, Erwachsene und Weihnachtsfrau

Ein Kostüm sitzt bei jedem anders, und für die Kleinsten gelten eigene Regeln.

Baby: Hier zählt Komfort vor Optik. Wählen Sie einen weichen Overall aus Baumwollplüsch, ohne kratzenden Bart und ohne lose Kordeln am Hals. Ein Mützchen mit Bommel reicht als Weihnachts-Signal völlig, und alles lässt sich schnell wieder öffnen, wenn das Kind quengelt.

Kind: Bei Kindern ist die Länge entscheidend. Der Mantel darf nicht über den Boden schleifen, sonst wird er zur Stolperfalle. Achten Sie auf kratzfreie Nähte, einen Bart zum Abnehmen und einen Verschluss, den das Kind allein öffnet. Für den nächsten Anlass lohnen sich ohnehin Kinderkostüme, die alles mitmachen.

Erwachsene: Hier entscheidet die Passform. Der Gürtel formt die Taille, ein flaches Kissen sorgt für den runden Bauch. Wer schnell schwitzt, greift zu leichterem Stoff, denn unter Mantel, Mütze und Bart wird es warm.

Weihnachtsfrau: Die weibliche Variante ist ein rotes Kleid mit weißem Pelzsaum, dazu die klassische Mütze und optional ein weißer Muff. Knielang und tailliert wirkt sie festlich, ohne ins Kostümhafte zu kippen.

Weihnachtsfrau-Kleid neben kleinerem Kinder-Weihnachtsmann-Kostüm im Vergleich
Kinderkostüme sollten kratzfrei sein und nicht zur Stolperfalle werden. ©Archzine.net | Illustration: KI-generiert

Profi-Tipps

  • Bauch: Ein flaches Sofakissen unter dem Mantel formt die Silhouette besser als zusammengeknülltes Papier, das bei jeder Bewegung raschelt.
  • Bartsitz: Etwas Puder auf Wangen und Kinn nimmt den Glanz, ein dünnes Haarnetz unter dem Bartgummi hält den Bart an seinem Platz.
  • Schuhe: Schwarze Stiefelüberzieher oder dunkle Gummistiefel sparen den Kauf teurer Kostümstiefel.
  • Charakter: Eine runde Brille und etwas Rot auf den Wangen machen aus dem Kostüm eine Figur, ganz ohne Deluxe-Set.
  • Vorher prüfen: Sitz und Waschbarkeit testen Sie besser einen Tag vorher als zehn Minuten vor dem Auftritt.

Häufig gestellte Fragen

Welche Größe brauche ich, und was bedeutet „Einheitsgröße“?
Einheitsgröße bedeutet einen weiten Schnitt, der den meisten Erwachsenen passt, kombiniert mit einem Gürtel, der die Taille individuell einstellt. Für sehr große oder sehr schmale Personen lohnt der Blick auf die Längen- und Brustmaße des jeweiligen Modells, sonst schleift der Mantel oder die Mütze rutscht.
Wie mache ich einen Weihnachtsmann-Bart, der nicht verrutscht?
Hängen Sie den Bart mit dem elastischen Band hinter den Ohren ein und führen Sie es unter der Mütze entlang, dann sitzt beides gemeinsam fester. Ein dünnes Haarnetz oder ein Tropfen hautfreundlicher Kleber am Kinn hält den Bart auch beim Sprechen. Vorher einmal Probe tragen, damit nichts zwickt.
Ab wann ist ein Kostüm für ein Baby sicher?
Je jünger das Kind, desto schlichter das Kostüm. Verzichten Sie auf lose Bärte, Kordeln am Hals und kratzende Stoffe. Ein weicher Plüsch-Overall aus Baumwolle mit Bommelmütze ist bequem und unbedenklich. Lassen Sie ein Baby im Kostüm nie unbeaufsichtigt und achten Sie darauf, dass ihm nicht zu warm wird.
Kann man ein Weihnachtsmann-Kostüm waschen?
Das hängt vom Modell ab. Viele Polyester-Kostüme vertragen eine schonende Handwäsche oder den Feinwaschgang, der Bart und lose Plüschteile aber oft nicht. Prüfen Sie immer das eingenähte Pflegeetikett und reinigen Sie im Zweifel nur die Teile, die es erlauben, den Rest lüften Sie gründlich aus.

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Anna Müller
Redakteurin für Wohnen, Einrichten & Lifestyle · Schreibt über: Wohnen & Dekoration · Aktualisiert am 30. Juli 2026

Anna Müller schreibt seit 2014 für archzine.net und hat in dieser Zeit über 1.900 Beiträge veröffentlicht. Ihr Zuhause ist zugleich ihr Thema: Am liebsten schreibt sie über Dekoration, Einrichtungsideen, Möbel und Wohnideen, dazu über Lifestyle, Gartengestaltung und DIY-Projekte zum Selbermachen. Ihre Texte entstehen aus der Freude am gemütlichen Wohnen – praktisch, saisonal und nah am Alltag. Wenn sie nicht am Schreibtisch sitzt, liegt meist ihre Maine-Coon-Katze in der Nähe.