8 Schnitt-Schritte für den Taper Mullet mit Locken
Früher ein Fall fürs Fotoalbum von 1985 – auf Locken wirkt der Mullet heute überraschend erwachsen.
Volles Deckhaar oben, klar abgesetzte Seiten und ein Nacken, der ruhig Länge zeigen darf – der Taper Mullet holt aus Naturlocken genau die Sprungkraft heraus, die klassische Kurzhaarschnitte oft platt drücken. Sie lesen, wie der Schnitt entsteht, für welche Lockentextur er taugt und womit die Definition erhalten bleibt.
Mullet – bei dem Wort zucken viele noch zusammen. Vokuhila, Fußballplatz, vergilbte Poster aus den Achtzigern. Auf lockigem Haar sieht die Sache 2026 aber völlig anders aus. Der Taper Mullet mit Locken setzt kurz getaperte Seiten gegen einen langen, lebendig belassenen Nacken und macht aus dem einstigen Stil-Unfall einen der spannendsten Männerschnitte des Jahres.
Naturlocken sind hier kein Problem, das man bändigen muss, sondern der eigentliche Motor des Looks. Genau die Sprungkraft, die glatte Kurzhaarschnitte oft wegnehmen, spielt dieser Schnitt bewusst aus. Und wer das nächste Mal beim Friseur sitzt, sollte präzise sagen können, was er will – sonst wird aus dem Taper Mullet schnell ein beliebiger Fade.
Kurz gesagt
- Schnitt – kurz getaperte Seiten, quadratisch geschnittenes Deckhaar und ein langer, lebendig belassener Nacken.
- Wirkung auf Locken – die mehrschichtige Struktur stützt das Volumen, statt schweres Lockenhaar nach unten zu ziehen.
- Geeignet – funktioniert bei engen Korkenzieherlocken ebenso wie bei weichen Wellen und lässt sich an die Gesichtsform anpassen.
- Pflege – sulfatfreies Shampoo, ein Diffusor beim Föhnen und ein Leave-in halten die Locken auch nach Wochen definiert.
Was ist der Taper Mullet – und warum passt er zu Locken?
Der Taper Mullet ist die aufgeräumte Version der alten Vokuhila. Die Seiten werden kurz getapert – also weich vom Ansatz zur Länge hin ausgedünnt – oder als Sidecut angelegt. Das Deckhaar bleibt dagegen bewusst länger und wird quadratisch geschnitten, damit die Locken oben ihre volle Länge behalten. Der Nacken darf lässig und lebendig bleiben. Genau dieser Kontrast aus kurzen Seiten und vollem Hinterkopf ist der Hingucker.
Auf lockigem Haar entfaltet der Schnitt seine eigentliche Stärke. Die kürzeren Partien nehmen Gewicht heraus, während die längeren Zonen die Sprungkraft betonen. Vor allem bei mittellangem bis halblangem Haar verhindert die mehrschichtige Struktur, dass schweres Lockenhaar einfach nach unten hängt – das Volumen bleibt oben, wo es den Look trägt. Wie viel Kontrast Sie an den Seiten wollen, hängt vom gewünschten Übergang ab; wer unsicher ist, kann vorab den passenden Fade für seinen Taper finden und die Höhe des Übergangs bewusst wählen.

So läuft der Taper-Mullet-Schnitt beim Friseur ab
Beim Barbier entsteht der Schnitt in einer klaren Reihenfolge. Wenn Sie die einzelnen Schritte kennen, können Sie Ihrem Friseur genau erklären, worauf es Ihnen ankommt – und vermeiden, dass die Seiten zu kurz oder der Nacken zu brav geraten.
- Sektionen mappen: Der Kopf wird in Zonen eingeteilt, damit Länge und Volumen später gezielt verteilt werden können.
- Frontalbereich fiedern: Die vorderen Partien werden sanft entlang der Kopfform ausgefranst, damit die Locken natürlich fallen.
- Oberkopf quadratisch: Das Deckhaar wird quadratisch geschnitten, um möglichst viel Länge und damit Locken-Volumen zu erhalten.
- Seiten diagonal: Die Seitenpartien werden leicht diagonal nach vorn gearbeitet, was dem Gesicht Struktur gibt.
- Hinterkopf dreieckig: Der Nacken wird dreieckig und vertikal geschnitten, damit die Länge lässig statt kastig wirkt.
- Mit Diffusor stylen: Zwischendurch wird mit dem Diffusor geföhnt, um die tatsächliche Lockenform beim Schneiden zu sehen.
- Taper setzen: Jetzt kommt der eigentliche Taper an den Seiten für klare, saubere Konturen.
- Outline zum Abschluss: Zum Schluss werden Kontur und Nackenlinie ausgearbeitet, die den fertigen Look rahmen.
Ein Detail, das oft untergeht: Ein guter Barbier schneidet Locken möglichst trocken oder erst nach dem Anföhnen. Nass gestreckt sieht eine Locke deutlich länger aus, als sie es getrocknet ist – und was im Salon perfekt saß, springt zu Hause plötzlich zwei Zentimeter höher.

Für welchen Locken-Typ eignet sich der Schnitt?
Die gute Nachricht: Der Taper Mullet ist erstaunlich unkompliziert, was die Lockentextur angeht. Enge Korkenzieherlocken profitieren besonders vom Volumen am Oberkopf, weil die dichte Struktur oben zum Statement wird. Weiche, offene Wellen wiederum bekommen durch die kürzeren Seiten mehr Kontur und wirken so bewusster gestylt.
Wichtiger als der genaue Lockengrad ist die Abstimmung auf die Gesichtsform. Ein längeres Deckhaar streckt ein rundes Gesicht, während ein kürzerer, klar konturierter Übergang markante Züge unterstreicht. Wer sich unsicher ist, klärt vor dem Termin, welcher Schnitt zur eigenen Gesichtsform passt, und passt Länge und Übergangshöhe entsprechend an. Bei sehr feinem Lockenhaar lohnt es sich, den Nacken etwas kürzer zu halten, damit er nicht kraftlos wirkt.

Pflege & Styling: So bleiben die Locken definiert
Ein präziser Schnitt ist die halbe Miete – den Rest macht die tägliche Routine. Lockenhaar neigt zu Trockenheit und Frizz, deshalb entscheidet die richtige Pflege darüber, ob der Taper Mullet nach zwei Wochen noch so sitzt wie am ersten Tag. Der wichtigste Hebel ist das Föhnen: Mit einem Diffusor-Aufsatz stützen Sie die Locke von unten, statt sie mit dem Luftstrom auseinanderzureißen.
Profi-Tipps
- Sulfatfrei waschen: Ein mildes, sulfatfreies Shampoo entzieht der Locke weniger Feuchtigkeit und beugt Frizz vor. Zwei- bis dreimal pro Woche reicht meist völlig.
- Diffusor von unten: Das Haar in kleinen Partien in den Diffusor legen und mit niedriger Geschwindigkeit auf mittlerer Hitze föhnen – so bleibt die Sprungkraft erhalten.
- Leave-in einarbeiten: Einen Leave-in-Conditioner ins handtuchtrockene Haar geben, das hält die Länge geschmeidig und definiert die einzelnen Locken.
- Mousse oder Creme: Zum Abschluss eine Lockenmousse oder -creme in die feuchten Locken kneten, nicht kämmen – das legt die Struktur fest und hält Frizz in Schach.
Finger weg von zu viel Produkt auf einmal: Lieber mit einer kleinen Menge starten und bei Bedarf nachlegen, sonst kleben die Locken zusammen und verlieren genau das Volumen, das den Schnitt ausmacht. Wer tiefer einsteigen will, findet weitere Pflegetipps für lockiges Männerhaar für den Alltag.

Kombinieren: Bart, Scheitel & grafische Konturen
Der Taper Mullet steht selten allein. Ein markanter, gepflegter Bart entlang der Kieferlinie balanciert das Volumen oben aus und gibt dem Gesicht Rahmen. Ein bewusst gesetzter Seitenscheitel bringt zusätzliche Bewegung in die Locken und lenkt den Blick auf den Übergang.
Wer es urbaner mag, lässt sich eine grafisch scharf herausrasierte Kontur-Linie über dem Scheitel setzen – ein feiner, präziser Kontrast zur weichen Lockenstruktur. Übertreiben sollten Sie es damit nicht: Ein einzelnes klares Detail wirkt stärker als drei konkurrierende Effekte. Wenn Sie sich vor dem Termin noch weitere Anregungen holen möchten, lohnt ein Blick auf weitere Frisuren für Männer mit Locken. Am Ende zählt aber nur eines: Gehen Sie mit einer klaren Vorstellung und einem gespeicherten Referenzbild zum Friseur – dann wird aus dem Taper Mullet Ihr Schnitt und nicht der von der Wand im Salon.

