40 Bilder zum Nachzeichnen für Anfänger und Geübte
Sie speichern seit Wochen schöne Zeichnungen und trauen sich trotzdem nicht an den eigenen Stift? Genau da fängt diese Sammlung an.
Womit fängt man an, wenn alle Vorlagen gleich schwer aussehen? Diese Übersicht ordnet Bilder zum Nachzeichnen vom einfachen Obst bis zum realistischen Auge und legt eine Fünf-Schritte-Methode samt Aquarell-Basics dazu, damit aus dem Bewundern endlich eigenes Zeichnen wird.
Es gibt diesen einen Gedanken beim Durchscrollen: schön, aber das könnte ich nie. Bilder zum Nachzeichnen nehmen genau diesen Druck weg. Sie legen eine klare Vorlage daneben und bauen sie Schritt für Schritt nach, statt vor einem leeren Blatt zu sitzen und alles aus dem Nichts erfinden zu müssen. So trainieren Sie ganz nebenbei Blick, Formen und Proportionen. Auf dieser Seite finden Sie über 40 Motive, sauber von kinderleicht bis fortgeschritten sortiert, dazu eine einfache Methode und die Material-Basics, mit denen Sie heute noch loslegen.
Kurz gesagt
- Leichtestes Motiv: eine einzelne runde Frucht wie die Zitrone oder eine geschlossene Blüte, weil Sie nur eine klare Grundform brauchen.
- Wichtigste Regel: immer erst mit leichten Grundformen skizzieren und danach von hell nach dunkel arbeiten.
- Minimal-Material: ein Block Aquarellpapier, ein Kasten mit zwölf Farben oder Bleistifte von HB bis 4B, ein Naturhaarpinsel.
- Fair bleiben: zum Üben dürfen Sie alles nachzeichnen, geschützte Figuren aber nicht als eigenes Werk veröffentlichen.
Ist Nachzeichnen Schummeln, und ist es erlaubt?
Vorweg die Frage, die viele bremst: Ist Nachzeichnen nicht geschummelt? Nein. Fast jede Malschule beginnt mit dem Kopieren von Vorlagen, weil Ihr Auge dabei lernt, Formen, Abstände und Proportionen richtig zu sehen. Erst dieses Sehen macht später eigene Motive möglich. Nachzeichnen ist also kein Ersatz fürs Zeichnen, sondern der schnellste Weg hinein.
Rechtlich gilt eine einfache Faustregel: Zum Üben für sich selbst dürfen Sie praktisch alles nachzeichnen. Heikel wird es erst beim Veröffentlichen. Geschützte Figuren wie bekannte Zeichentrickhelden oder fremde Fotos gehören nicht als Ihr eigenes Werk ins Netz oder in den Verkauf. Wer etwas zeigen möchte, nutzt dafür besser eigene Motive oder selbst geknipste Vorlagen. Das ist keine Rechtsberatung, hält Sie aber auf der sicheren Seite.
Das brauchen Sie zum Start
Viel Ausrüstung brauchen Sie nicht. Ein überschaubares Set reicht für Monate, und Sie können es jederzeit erweitern.
Das brauchen Sie
- Aquarell- oder Zeichenpapier (Block)
- Aquarellkasten mit 12 Farben oder Bleistifte HB bis 4B
- ein bis zwei runde Naturhaarpinsel
- Radiergummi und Spitzer
- ein Glas Wasser
- eine ausreichend große Arbeitsfläche

Ein Tipp zum Papier: Schwereres Aquarellpapier ab etwa 300 Gramm pro Quadratmeter wellt sich beim Malen deutlich weniger als dünnes Druckerpapier. Für reine Bleistiftskizzen genügt ein glatterer Block, für Farbe darf es ruhig die raue Struktur sein.
Leichte Bilder zum Nachzeichnen für Anfänger
Am leichtesten gelingen Motive mit einer einzigen, klaren Grundform und ohne komplizierte Perspektive. Eine runde Frucht, eine geschlossene Blüte oder ein kleines Symbol verzeiht wacklige Striche und ist in wenigen Minuten fertig. Fangen Sie hier an, dann stellt sich das Erfolgserlebnis sofort ein.
Obst und Süßes:
- Zitrone oder Zitronenhälfte
- Wassermelonenstück
- Ananas
- Erdbeere
- Avocado
- zwei Kirschen am Stiel
- Birne
- Cupcake
- Lutscher
- Eis am Stiel
- Kaffeetasse
- Donut
Blüten und Pflanzen:
- einzelne Rose
- Mohnblume
- Lavendelzweig
- Tulpe
- Gänseblümchen
- Kaktus im Topf
- Sukkulente
- einzelnes Blatt oder Farn
- Pusteblume
Kleine Symbole und Alltagsdinge:
- Feder
- Halbmond
- Herz
- Stern
- Wolke
- Muschel
- Heißluftballon
- Papierboot
- Schlüssel

Die Zitrone ist ein perfekter Start: ein Kreis, eine Andeutung der Schale, ein paar Membranlinien im Inneren, fertig. Skizzieren Sie die Grundform mit leichten, nicht aufgedrückten Strichen vor, dann lassen sich die Hilfslinien am Ende einfach wegradieren.
Für Fortgeschrittene: anspruchsvollere Motive
Anspruchsvoller wird es, sobald ein Motiv aus vielen Teilformen besteht, echte Proportionen verlangt oder lebendige Oberflächen wie Fell, Federn oder Haut zeigt. Solche Bilder brauchen mehr Schritte und Geduld, belohnen dafür aber mit einem echten Aha-Effekt.
Tiere:
- Schmetterling
- Koi-Fisch
- Rotkehlchen
- Katze
- Fuchs
- Pferd
- Schwan
- Giraffe
- Löwenkopf
Porträt und Details:
- realistisches Auge
- Lippen und Mund
- Hände
- ganzes Gesicht oder Porträt

Ein realistisches Auge entsteht zum Beispiel in rund acht Schritten, von der Grundform über Iris und Pupille bis zu den feinen Wimpern und der Schattierung. Wie Sie ein realistisches Auge zeichnen, zeigen wir Ihnen in einer eigenen Anleitung Schritt für Schritt. Für Gesichter und ganze Figuren lohnt der Blick in unsere Sammlung, wie Sie Porträts und Figuren zeichnen.
So zeichnen Sie ein Bild sicher nach
Egal welches Motiv Sie sich vornehmen, der Aufbau bleibt gleich. Diese fünf Schritte führen vom groben Gerüst zum fertigen Bild und funktionieren mit Bleistift genauso wie mit Aquarell.
- Schritt 1: Grundformen skizzieren. Zerlegen Sie das Motiv in einfache Formen wie Kreis, Oval, Rechteck und Dreieck und setzen Sie diese mit ganz leichten Strichen aufs Papier.
- Schritt 2: Proportionen und Umriss. Prüfen Sie Größenverhältnisse und Abstände, dann verbinden Sie die Formen zu einem sauberen Umriss.
- Schritt 3: Grob zu fein. Arbeiten Sie sich vom groben Gerüst zu den genaueren Konturen vor und radieren Sie die Hilfslinien nach und nach weg.
- Schritt 4: Details. Ergänzen Sie erst jetzt Kleinigkeiten wie Adern im Blatt, Kerne in der Frucht oder einzelne Haare.
- Schritt 5: Schatten und Farbe. Zum Schluss kommt die Tiefe: von hell nach dunkel schattieren oder mit Aquarell in Schichten lasieren.

Aquarell-Tipps für saubere Ergebnisse
Wenn Sie mit Farbe statt Bleistift arbeiten, entscheiden ein paar einfache Handgriffe darüber, ob das Bild frisch oder matschig wirkt.
Profi-Tipps
- Reihenfolge: Beginnen Sie nass auf trocken und arbeiten Sie von hellen zu dunklen Tönen; Aufhellen geht im Aquarell später kaum noch.
- Wasser dosieren: Tupfen Sie den Pinsel kurz auf ein Tuch, bevor Sie ansetzen, sonst verläuft die Farbe unkontrolliert.
- Trocknen lassen: Warten Sie zwischen zwei angrenzenden Flächen, bis die erste getrocknet ist, wenn die Farben nicht ineinanderlaufen sollen.
- Pinselpflege: Reinigen Sie die Pinsel nach dem Malen mit Wasser und einem Tropfen Spülmittel und lagern Sie die Farben trocken und geschützt.
Vom Nachzeichnen zum eigenen Stil
Nach ein paar Wochen fangen Sie fast von allein an, Vorlagen abzuwandeln: eine andere Farbe, ein neuer Blickwinkel, zwei Motive kombiniert. Genau so entsteht ein eigener Stil, ganz ohne angeborenes Talent. Zeichnen ist zu einem großen Teil Übungssache, und regelmäßige kleine Einheiten bringen mehr als seltene Marathons. Wer den Bleistift gezielt trainieren will, findet in unserem Guide zum Zeichnen lernen mit Bleistift weitere Übungen. Der schönste Schritt kommt am Ende: Legen Sie irgendwann die Vorlage weg und zeichnen Sie nach einem eigenen Foto.
Häufig gestellte Fragen
Darf man fremde Bilder und geschützte Figuren nachzeichnen?
Was ist der Unterschied zwischen Nachzeichnen, Abpausen und Abmalen?
Wie oft und wie lange sollte ich als Anfänger üben?
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